{"id":26,"date":"2015-09-13T11:11:25","date_gmt":"2015-09-13T11:11:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.journalismus.li\/?page_id=26"},"modified":"2022-05-31T12:49:35","modified_gmt":"2022-05-31T12:49:35","slug":"regionaljournalismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.journalismus.li\/","title":{"rendered":"Regional-Journalismus"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#8222;Mit welcher Brille wir schauen: Ist Journalismus nur eine Frage von Ansicht, Haltung und Perspektive?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div id=\"toc_container\" class=\"toc_light_blue no_bullets\"><p class=\"toc_title\">Contents<\/p><ul class=\"toc_list\"><li><a href=\"#Regional-Journalismus\"><span class=\"toc_number toc_depth_1\">1<\/span> Regional-Journalismus<\/a><ul><li><ul><li><a href=\"#Eigenschaften\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.1<\/span> Eigenschaften<\/a><\/li><li><a href=\"#Vorbilder\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.2<\/span> Vorbilder<\/a><\/li><li><a href=\"#Keine_vierte_Gewalt_sondern_informelle_GPK\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.3<\/span> Keine vierte Gewalt sondern informelle GPK<\/a><\/li><li><a href=\"#Werbung\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.4<\/span> Werbung<\/a><\/li><li><a href=\"#Zeit_ist_Qualitaet\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.5<\/span> Zeit ist Qualit\u00e4t<\/a><\/li><li><a href=\"#Fehler\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.6<\/span> Fehler<\/a><\/li><li><a href=\"#Umgang_mit_KollegInnen\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.7<\/span> Umgang mit KollegInnen<\/a><\/li><li><a href=\"#Umgang_mit_Kritik\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.8<\/span> Umgang mit Kritik<\/a><\/li><li><a href=\"#Arbeitssituation\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.9<\/span> Arbeitssituation<\/a><\/li><li><a href=\"#Stress-Management\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.10<\/span> Stress-Management<\/a><\/li><li><a href=\"#Ausbildung_Status_und_Karriere\"><span class=\"toc_number toc_depth_3\">1.0.11<\/span> Ausbildung, Status und Karriere<\/a><\/li><\/ul><\/li><\/ul><\/li><\/ul><\/div>\n<h3><span id=\"Regional-Journalismus\">Regional-Journalismus<\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt viele Sachb\u00fccher f\u00fcr JournalistInnen, wie sie ihr Handwerk erlernen k\u00f6nnen (Interview, Bericht, Schlagzeile, Moderation etc.) und deshalb soll diese Web-Seite Aspekte des Regional-Journalismus beleuchten, die m.E. dort kaum oder gar nicht erw\u00e4hnt werden. Meine Tipps richten sich an JournalistInnen, die noch nicht lange diesen Beruf aus\u00fcben. Aber auch erfahrene JournalistInnen werden wom\u00f6glich den einen oder anderen n\u00fctzlichen Rat finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Regional-Journalismus ist ein harter, vielf\u00e4ltiger und stressiger Job. Hart, weil sehr viele Leute Ihre Informationen \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen also pr\u00e4zise sein. Stressig, weil sie meistens nur 1 Tag Zeit haben f\u00fcr den Bericht und in kurzer Zeit m\u00f6glichst viel Informationen zusammenraffen und verarbeiten m\u00fcssen. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen kenne Sie im Tages-Journalismus meist erst an der Morgensitzung, welches Thema Sie zu behandeln haben. Und das Thema kann im Laufe des Tages immer noch durch aktuelle Ereignisse ver\u00e4ndert werden. Seien Sie also immer auf \u00dcberraschungen gefasst! Zudem sind die Arbeitszeiten h\u00e4ufig unregelm\u00e4ssiger als bei anderen Redaktionen. Vielf\u00e4ltig ist der Beruf, weil sie sich in mehreren Themen auskennen m\u00fcssen, in Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport etc.<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Eigenschaften\"><strong>Eigenschaften<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Welche Eigenschaften ben\u00f6tigen JournalistInnen?<br>Bleiben Sie neugierig! Besonders, wenn Sie schon l\u00e4nger als Journalist arbeiten, sollten Sie Ihre Wissenslust kultivieren. Sie sollten viel erfahren, lesen, h\u00f6ren und sehen WOLLEN und nicht m\u00fcssen. Sonst sind Sie wahrscheinlich im falschen Beruf. Sie werden merken: Je mehr Sie wissen, desto einfacher wird es sein, neues Wissen aufzunehmen und einzuordnen.<br>Seien Sie hartn\u00e4ckig! Wenn Sie eine Story interessiert, bleiben Sie dran. Ohne Hartn\u00e4ckigkeit, werden Sie die Stories allenfalls zur H\u00e4lfte recherchieren und sich mit wenig zufrieden geben. Und ebenso mittelm\u00e4ssig wie Ihr Einsatz sehen Ihre Berichte dann auch aus.<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Vorbilder\"><strong>Vorbilder<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Suchen Sie sich Vorbilder. Es gibt immer Journalisten, die besser schreiben, sprechen, filmen als Sie. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihnen an jenen Leuten gef\u00e4llt und scheuen Sie sich nicht, diese erst einmal zu kopieren. Den eigenen Stil werden Sie auf Ihrem berufsweg sowieso selber entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Keine_vierte_Gewalt_sondern_informelle_GPK\"><strong>Keine vierte Gewalt sondern informelle GPK<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Im Regional-Journalismus m\u00fcssen Sie einerseits Kontakte pflegen und zugleich ihre Unabh\u00e4ngigkeit behaupten. Damit Sie in diesem Dilemma zwischen N\u00e4he und Distanz eine professionelle Haltung finden, ist es wichtig, dass Sie sich Ihrer Rolle klar sind. Und dies dr\u00e4ngt sich besonders beim Regional-Journalismus auf, wenn Sie schon l\u00e4nger in derselben Region arbeiten und inzwischen viele Leute gut kennen. Stehen Sie einer Person nahe, sollten Sie immer in den Ausstand treten. Wie auch immer Sie den Bericht gestalten werden, es bleibt ein Anschein von Hofberichterstattung, Einseitigkeit und Voreingenommenheit. Und sollten Sie Ihren Job wirklich gut machen und harte, kritische Fragen stellen, dann war dies wohl die letzte freundschaftliche Begegnung mit Ihren Bekannten und FreundInnen. Vergessen Sie nicht, dass Sie bei nahen Bekannten m\u00f6glicherweise \u00fcber Vorinformationen verf\u00fcgen, die Sie nur dank des freundschaftlichen Verh\u00e4ltnisses und nicht im professionellen Kontext erhalten haben. Diese Informationen sollten Sie nicht (miss-)brauchen!<br>Medien werden gerne als vierte Gewalt bezeichnet. Ich halte dies f\u00fcr \u00fcbertrieben. Meiner Ansicht nach sind Medien am ehesten vergleichbar in der Politik mit einer Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungs-Kommission eines Parlaments. Im Unterschied zu einer GPK sind Medien aber unsystematisch und verfolgen Informationen, die Ihnen zuf\u00e4llig zugesteckt werden. Deshalb halte ich Medien f\u00fcr eine informelle GPK, die \u00fcberpr\u00fcft, ob die Demokratie funktioniert. Die InformantInnen wiederum verfolgen eigene Interessen. Das Motiv, weshalb sie Ihnen die Informationen zustecken, braucht Sie nicht zu k\u00fcmmern. Sie werden es auch nur selten in Erfahrung bringen. Als Journalist m\u00fcssen Sie lediglich abkl\u00e4ren, ob das Thema den g\u00e4ngigen Nachrichten-Kriterien entspricht: Relevanz, Interessanz oder Am\u00fcsanz.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Relevanz<\/em> = es betrifft viele Leute oder ist sehr einschneidend f\u00fcr wenige.<br><em>Interessanz<\/em> = es ist wissenswert oder bereichert das Wissensspektrum.<br><em>Am\u00fcsanz <\/em>(meine eigen Wortsch\u00f6pfung) = es ist witzig zu erz\u00e4hlen, unterhaltsam, abweichend von der Norm<\/p>\n\n\n\n<p>Der Anfang einer guten Story ist immer ein Konflikt. Ohne Konflikt gibt es keine interessante Story zu erz\u00e4hlen. Dies ist auch der Grund, weshalb Medien vorgeworfen wird, sie w\u00fcrden nur \u00fcber Negatives berichten. Aber ehrlich gesagt, was interessiert die Menschen mehr: Die gute Schulnote des begabten Kindes (kein Konflikt) oder die ungewollte Schwangerschaft der Tochter aus gutem Haus?<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Werbung\"><strong>Werbung<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>\u201eW\u00fcrden wir dieses Thema aufgreifen, w\u00fcrden wir ja Werbung machen.\u201c Ein Argument, das ich h\u00e4ufig von KollegInnen h\u00f6re, die ein bestimmtes Thema ablehnen. Doch streng genommen ist Werbung unvermeidlich. Jedes Thema ist immer auch Werbung f\u00fcr oder gegen Etwas. Der Bericht \u00fcber Politiker XY ist Werbung f\u00fcr ihn, selbst wenn der Politiker darin kritisch darin dargestellt wird. Die einzige \u00dcberlegung kann jeweils nur sein: Ist das Thema berichtenswert &#8211; nach den Kriterien: Relevanz, Interessanz oder Am\u00fcsanz.<br>Solange Sie sich f\u00fcr ein Thema nicht bezahlen lassen oder sonstige Gegenleistungen daf\u00fcr erhalten, ist solche Werbung auch ganz in Ordnung. Auch sollten Sie nicht Ihre Bekannten mit Freundschaftsdiensten beg\u00fcnstigen, oder den Bericht f\u00fcr Ihre politische Haltung missbrauchen. Das alles w\u00e4re tats\u00e4chlich Werbung, die Sie als Journalist unglaubw\u00fcrdig macht und letztlich das Medium sch\u00e4digt, f\u00fcr das Sie arbeiten .<br>Die Themensetzung ist der gr\u00f6sste politische Einfluss, den eine Redaktion hat. Wo legt sie die Schwerpunkte? Welche Themen greift sie auf, welche nicht? Das Herstellen von Berichten dagegen ist journalistisches Handwerk, das politisch nicht gef\u00e4rbt sein sollte &#8211; ausser vielleicht bei der Meinungspresse.<br>Berichten Sie nur \u00fcber Dinge, die Sie auch wirklich verstanden haben. Diesen Rat habe ich vom fr\u00fcheren Ausbildungsleiter des MAZ, Manuel Isler, bekommen, und sein Rat hat sich bei mir bew\u00e4hrt. Falls Sie bei einem Thema unsicher sind, berichten Sie nur \u00fcber was Sie wirklich begriffen haben, und sonst sollen Sie mit der Redaktionsleitung eingestehen, dass Sie ausserstande seien \u00fcber dieses komplexe Thema zum jetzigen Zeitpunkt kompetent zu berichten. Gute Chefs werden Ihnen dieses Eingest\u00e4ndnis hoch anrechnen.<br>Geben Sie Ihr Bestes! Auch wenn Sie f\u00fcr ein kleines oder unbedeutendes Medium arbeiten, geben Sie immer die beste Arbeit ab, die Sie unter den gegebenen Umst\u00e4nden leisten k\u00f6nnen.<br>Bleiben Sie fair!<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Zeit_ist_Qualitaet\"><strong>Zeit ist Qualit\u00e4t<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Zwar ist es allen bekannt, dass f\u00fcr gute Qualit\u00e4t gen\u00fcgend Zeit einger\u00e4umt werden muss. Dennoch, oft wollen Verleger und Verantwortliche diese Tatsache nicht ber\u00fccksichtigen. Aber mit zu wenig Zeit steigt die Fehler-Quote und sinkt die Verst\u00e4ndlichkeit. Journalisten verlassen sich unter Zeitdruck bei ihrer Story auf eine einzige Quelle, weil sie das Telefon zum Absichern bei einer zweiten, unabh\u00e4ngigen Quelle aus Zeitgr\u00fcnden nicht t\u00e4tigen k\u00f6nnen. Es fehlt die Zeit, auch untergeordnete Fakten nachzupr\u00fcfen. Es fehlt die Zeit, den Text auf Richtigkeit und Verst\u00e4ndlichkeit zu \u00fcberarbeiten. Es fehlt die Zeit, den Text packend und kundenfreundlich zu gestalten. Resultat: Die Glaubw\u00fcrdigkeit des Mediums sinkt, der Inhalt wird banaler und langweiliger.<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Fehler\"><strong>Fehler<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Stehen Sie zu Ihren Fehlern! Geben Sie Ihre Fehler zu und \u00fcbernehmen Sie die Verantwortung daf\u00fcr. Das soll kein Freipass f\u00fcr schlampige Arbeit sein, sondern eine prinzipielle Arbeitseinstellung.<br>Fehler passieren, auch wenn Sie sie nicht wollen. Die einzige Art, keine Fehler zu machen ist, mit einer Arbeit gar nicht erst zu beginnen. Da dies jedoch nicht m\u00f6glich ist, m\u00fcssen Sie lernen, mit Fehlern umzugehen. Schuldgef\u00fchle helfen da wenig.<br>Mein Rat: Schauen sie, wie Sie einen Fehler m\u00f6glichst schnell wieder gutmachen k\u00f6nnen. Entschuldigen Sie sich bei betroffenen Personen. Schreiben Sie einen korrigierenden Artikel. Lassen Sie Gegendarstellungen zu.<br>Leider herrscht auf vielen Redaktionen (und nicht nur im Journalismus sondern auch sonst in der Arbeitswelt) eine seltsame Fehler-Kultur, die ich als sch\u00e4dlich ansehe: Fehler werden (\u00f6ffentlich) angeprangert oder sonst sanktioniert. Es wird auf die Person gespielt, es werden Schuldige gesucht und Schuld zugewiesen. Dadurch entsteht ein Klima der Angst, das schliesslich jede Kreativit\u00e4t einschr\u00e4nkt, wenn Sie in Ihrer Arbeit vor allem darauf achten m\u00fcssen, Fehler zu vermeiden. Mittelmass wird das Resultat sein. Hinter solcher Fehler-Kultur steckt oft die irrige Annahme, dass sich Journalisten unter Strafandrohungen perfektionieren lassen, bis sie keine Fehler mehr machen. Ein Unterfangen, das im vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Stattdessen lehne ich mich an der Handlungsanleitung der internationalen Flugsicherheits-Beh\u00f6rde an: Gerade weil Fehler allzu menschlich und unvermeidlich sind, sollte das Arbeitsprozesse so ausgestaltet werden, dass Fehler nicht zu einer Katastrophe f\u00fchren k\u00f6nnen.<br>Deshalb lautet die Empfehlung: Gehen Sie jedem Fehler genauestens nach! Bei Team-Arbeit sprechen Sie mit allen Beteiligten in der Produktionskette, bis Sie wissen, weshalb der Fehler passiert ist. Schauen Sie dabei weniger auf die Personen (und ihre vermeintlichen charakterlichen Schw\u00e4chen) als auf das System und die Prozesse, die zum Fehler gef\u00fchrt haben. Treffen Sie Massnahmen im System, damit sich Fehler nicht mehr wiederholen (zum Beispiel eine weitere Person einsetzen, die das Skript gegenliest, andere Abgabe-Termine festlegen etc.). Passiert derselbe Fehler ein zweites und gar ein drittes Mal, m\u00fcssen Sie Ihre Massnahmen erneut \u00e4ndern oder eben damit leben, dass sich derselbe Fehler wiederholt.<br>Jedem Menschen passieren ganz typische Fehler. Die einen haben Schwierigkeiten mit dem Zeit-Management, andere sind schlampig bei Fakten, Namen oder Zahlen oder k\u00f6nnen mit Fremdw\u00f6rtern nicht umgehen. Hier k\u00f6nnen nur Sie Abhilfe verschaffen, wenn Sie Ihre typischen Fehler erkennen und Massnahmen treffen, dass es unwahrscheinlicher wird, dass sie Ihnen passieren. Lernen Sie aus Ihren Fehlern!<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Umgang_mit_KollegInnen\"><strong>Umgang mit KollegInnen<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Ob im Journalismus mehr getratscht wird als in anderen Branchen bezweifle ich. Aber der generelle Arbeits-Stress holt nicht das Beste sondern h\u00e4ufig das Schlechteste aus den Personen hervor. Deshalb sind ein vertrauensvolles Arbeits-Klima und gute Wege, Konflikte zu l\u00f6sen, ganz wesentlich. Folgende Tipps helfen, den emotionalen Stress zu begrenzen:<br>Reden Sie nicht abf\u00e4llig \u00fcber KollegInnen. Kritisieren Sie nicht Dritte in deren Abwesenheit. Damit verschlechtern Sie lediglich das Arbeits-Klima. Wenn Sie schon ihrem \u00c4rger Luft verschaffen m\u00fcssen, tun Sie es bei Leuten, die keine Beziehung zu Ihren Arbeits-KollegInnen haben.<br>Sprechen Sie das Verhalten von KollegInnen, das Ihnen nicht gef\u00e4llt, im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch unter vier Augen an. Trennen Sie dabei die Person von deren Verhalten, und kritisieren Sie lediglich das Verhalten, und was es bei Ihnen ausl\u00f6st. Eine Aussprache sollten Sie erst tun, nachdem Wut und \u00c4rger abgeklungen sind, sonst laufen Sie Gefahr, den Konflikt zu sch\u00fcren statt zu l\u00f6sen. Schalten Sie die Vorgesetzten erst dann ein, wenn Sie nach der Aussprache nicht zu einer gemeinsamen L\u00f6sung gekommen sind. Keinesfalls sollten Sie unbeteiligte KollegInnen in den Konflikt einbeziehen, um jene auf Ihre Seite zu ziehen. Wenn Sie das h\u00e4ufig tun, sind Sie auf dem sicheren Weg zum Mobbing. Und Mobbing ist strafbar.<br>Schreiben Sie nie Emotionales in Emails oder per sms. Studien zeigen, dass emotionale Dinge in Emails meist missverstanden werden und Konflikte versch\u00e4rfen.<br>Holen Sie in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden Feedback bei Ihren KollegInnen ein, und geben Sie jenen damit die M\u00f6glichkeit, Kritik an der Zusammenarbeit mit Ihnen \u00e4ussern.<br>Vorbildlich sind Arbeitgeber, die bei Arbeits-Konflikten Hilfe anbieten oder sogar professionelle Mediatoren einbeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von &#8222;Mobbing&#8220; wird leider viel zu schnell gesprochen. Eine einzelne Person kann NIE mobben; sie kann lediglich andere dazu anstiften. Auch ein unangenehmer oder schikan\u00f6ser Chef\/Chefin kann alleine nicht mobben. Mobbing ist ein Gruppenph\u00e4nomen, das aus einer schlechten Team-Dynamik hervorgeht. Es beraucht also mindestens drei Personen, die sich gegen einen Mitarbeiter oder gegen eine Mitarbeiterin verschw\u00f6ren, respektive gemeinsam die Meinung vertreten, dass immer dieselbe Person Schuld sei, wenn Fehler passieren, Abl\u00e4ufe nicht funktionieren, Ziele nicht erreicht werden etc. Und diese Ausgrenzung muss sich \u00fcber mehrere Monate hinweg fortsetzen. Erst dann spricht die Fachliteratur von Mobbing.<br>Die schlechte Nachricht: Gemobbt werden kann jeder und jede (auch ein Chef\/Chefin kann gemobbt werden). Die gute Nachricht: Jedes Team-Mitglied kann Mobbing&nbsp; verhindern, indem es sich klar distanziert, wenn \u00fcber Abwesende abf\u00e4llig gesprochen wird. Sind Sie in einer leitenden Funktion, sind Sie sogar gesetzlich verpflichtet, solch respektloses Verhalten zu unterbinden. Aber auch als normales Team-Mitglied kann man Mobbing verhindern, indem man offen das Prinzip erkl\u00e4rt, dass \u00fcber abwesende Team-Mitglieder nicht gesprochen wird (siehe oben).<br>Vielfach beginnt Mobbing harmlos: Die Gemeinheiten sind h\u00e4ufig als Witz oder Scherz getarnt. Wenn Sie es nicht schaffen, das b\u00f6sen Treiben aktiv zu stoppen, gibt es weitere M\u00f6glichkeiten, Mobbing entgegenzuwirken: Bleiben Sie stumm, wenn&nbsp; gel\u00e4stert wird; lachen Sie keinesfalls mit (das wird als Zustimmung gewertet); oder verlassen Sie den Raum.<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Umgang_mit_Kritik\"><strong>Umgang mit Kritik<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Alle Redaktionen machen t\u00e4glich eine Man\u00f6verkritik. Solche Redaktionssitzungen w\u00e4ren eigentlich eine sch\u00f6ne Einrichtung, wenn im Schnelllebigen Gesch\u00e4ft r\u00fcckblickend das Gesamtprodukt des Vortages gew\u00fcrdigt w\u00fcrde; wenn also unter Kollegen sowohl Positives wie Negatives vermerkt w\u00fcrde, um das Produkt noch besser zu machen und aus Fehlern zu lernen. Nur leider sieht die Realit\u00e4t h\u00e4ufig anders aus.<br>Die Redaktionssitzungen sind oft ein Ort, wo Hahnenk\u00e4mpfe, Rivalit\u00e4ten und pers\u00f6nliche Animosit\u00e4ten ausgetragen werden. Hinter vermeintlicher Sachkritik verbergen sich meist Rangeleien um Status und Ansehen innerhalb der Redaktion. Dabei erlangen trickreiche Taktierer, narzisstische Angeber und schamlose Wortf\u00fchrer mit der Zeit h\u00e4ufig ein journalistisches Prestige, das ihnen gar nicht zukommt, und ausserhalb der Redaktion auch gar nicht so wahrgenommen wird. Deshalb ist es empfehlenswert, regelm\u00e4ssig aussenstehende, unabh\u00e4ngige Fachleute einzuladen, die der Reaktion Feedback geben, und so die intern erk\u00e4mpfte Hierarchie immer wieder relativieren.<br>Nach meiner Erfahrung treten wirklich gute Journalisten h\u00e4ufig eher leise und bescheiden auf, weil sie ihre Kraft in die Arbeit stecken und weniger Energie f\u00fcr die Eigen-Werbung aufwenden. Der Umkehrschluss allerdings gilt nicht: Nicht alle leisen und bescheidenen Journalisten sind auch gute. Mein Rat: H\u00f6ren Sie weniger auf Wortf\u00fchrer, und finden Sie die qualitativ guten Kollegen heraus. Vertrauen Sie nicht zu sehr darauf, dass andere die Qualit\u00e4t Ihrer Arbeit erkennen sondern geben Sie durchaus selbstbewusst zu verstehen, dass sie um den Wert Ihrer Arbeit wissen.<br>Kritik h\u00f6rt kein Mensch gerne. Dabei ist es etwas so wertvolles. Gute Kritik erkennen Sie daran, dass sie wie ein Geschenk ist. Gute Kritik kann zwar auch verletzen, greift Sie aber nie als Person an. Gute Kritik bringt Sie weiter und hilft ihnen auf Ihrem journalistischen Weg. Schlechte Kritiker sind vor allem darauf aus, Sie kleinzumachen, Ihre Fachkompetenz und Glaubw\u00fcrdigkeit anzuzweifeln, um sich selber zu erh\u00f6hen. Den Unterschied zwischen guter und schlechter Kritik erkennen ist nicht immer einfach.<br>Intriganten werden jeden Fehler, den Sie machen, in der Redaktion und bei Ihren Chefs verbreiten, um damit indirekt zu verstehen zu geben: \u201eSo etwas w\u00fcrde mir ja nie passieren.\u201c Ich habe schon Intriganten erlebt, denen gelingt es, noch die besten Eigenschaften in ihr Gegenteil zu verkehren. Beispiel: Jemand liest sich gr\u00fcndlich ins Thema ein, was ja l\u00f6blich ist, aber der Intrigant deutet es um zu: \u201eDer muss sich immer erst stundenlang einarbeiten, bevor er an eine Medien-Konferenz geht. Dann ist er doch voreingenommen und kann nicht spontan sein\u201c. Oder jemand ist sehr effizient bei der Arbeit, heisst es dann: \u201eDer macht alles lieblos und will die Arbeit ja nur schnell hinter sich bringen, um seinen Hobbys nachzugehen\u201c. Oder jemand achtet auf korrektes Deutsch: \u201eDer ist immer so pingelig in der Ausdrucksweise.\u201c Kreative werden so zu \u201eSelbstverwirklicher\u201c herabgew\u00fcrdigt, selbstst\u00e4ndig arbeitende Journalisten zu \u201eSelbstl\u00e4ufer\u201c und gutes Fachwissen zu \u201eBesserwisserei\u201c. Da k\u00f6nnen Sie allenfalls richtigstellen: \u201eDu nennst es so, ich nenne es\u2026.\u201c<br>Der beste Rat: Schauen Sie jede Kritik genau an, was Sie daraus lernen wollen. Und: Sie k\u00f6nnen selbst von Ihren schlechten Kritikern lernen. Nur m\u00fcssen Sie dabei die eigentliche Kritik (Inhalt) von der fiesen Attacke (Form) trennen. Das kann anstrengend sein. Daraus erw\u00e4chst Ihnen jedoch auch ein Vorteil: Die Ihnen \u00fcbelgesinnten Personen machen Sie auf Dinge aufmerksam, die Ihnen freundlich gesinnte KollegInnen nie sagen w\u00fcrden. Seien Sie also froh, wenn es ein paar scharfz\u00fcngige KollegInnen gibt, die Ihnen einen Spiegel vorhalten &#8211; auch wenn der b\u00f6se verzerrt ist.<br>Journalismus ist keine exakte Wissenschaft. Zwar gibt es unbestreitbare Fehler wie falsche Namen, Zahlen, Sachverhalte, oder Zuwiderhandlungen gegen Berufsstandesregeln, aber vieles bleibt undefinierbar. Fast jeder Bericht k\u00f6nnte noch auf die eine oder andere Art verbessert werden punkto Stil, Aufbau, Fragestellung, L\u00e4nge des Berichts, Auswahl der Auskunftspersonen etc. Und die Grenze zwischen tolerierbaren Schw\u00e4chen und klaren Fehlleistungen sind fliessend und h\u00e4ufig auch subjektiv. Deshalb sind journalistische Berichte eigentlich immer kritisierbar.<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Arbeitssituation\"><strong>Arbeitssituation<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Redaktionen k\u00f6nnen nicht wirklich harmonisch sein. Auf einer Redaktion sind Sie grunds\u00e4tzlich zwei entgegengesetzten Kr\u00e4ften ausgesetzt: Auf der einen Seite arbeiten Sie kollegial in einem Team und f\u00fcr ein gemeinsames Produkt. Auf der anderen Seite stehen JournalistInnen immer auch in einem Wettbewerb untereinander, weil jeder und jede der\/die Beste sein will. Zudem hat jeder und jede wiederum ihre eigenen Vorlieben und Vorstellungen davon, was guter Journalismus ist. Idealerweise erg\u00e4nzen sich diese divergierenden Kr\u00e4fte, aber auf jeden Fall sorgen sie f\u00fcr eine Grundspannung innerhalb der Redaktion. Dies muss Ihnen bewusst sein, und deshalb sollten Sie neben Ihrer Arbeit immer auch ein Augenmerk auf das Ziel des Gesamtprodukts haben!<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Stress-Management\"><strong>Stress-Management<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Journalismus ist ein stressiger Beruf. Insbesondere, weil Sie mehr unter Zeitdruck stehen als in vielen anderen Berufen, wo eine Arbeit vielleicht zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt noch fertiggestellt werden kann. Sie haben immer Ihre fixen Abgabe-Termine, die sich in der Regel nicht verschieben lassen.<br>Um gesund zu bleiben, sollten Sie w\u00e4hrend der Arbeit h\u00e4ufig Pausen einlegen (Raucher sind da im Vorteil, da sie ihre Pausen nicht begr\u00fcnden m\u00fcssen). Empfehlenswert ist nach 90 Minuten Stunden konzentrierter Arbeit eine Pause von etwa 10 Minuten einzulegen. Danach sind Sie wesentlich konzentrierter und leistungsf\u00e4higer.<br>Bewegen Sie sich w\u00e4hrend der Arbeit immer wieder. Auch geringe k\u00f6rperliche Bewegung ist besser als keine. Tipps, wie den Kopierer\/Drucker entfernt von Arbeitsplatz zu halten, sind inzwischen selbstverst\u00e4ndlich geworden. Sie werden so automatisch gezwungen, sich zu bewegen. Verzichten Sie auf den Lift und nehmen Sie stattdessen die Treppe.<br>Schnelle Entspannung bringt ein kurzer Spaziergang um den Block, bei dem Sie alle Glieder bewusst lockern und langsam durchatmen. Laufen erh\u00f6ht auch die Denkf\u00e4higkeit.<br>Treiben Sie in der Freizeit Sport. Das h\u00e4lt Sie k\u00f6rperlich und mental fit.<br>Zum Stressmanagement geh\u00f6rt eine optimale Arbeitseinteilung. Wichtigster Grundatz: Lassen Sie sich nicht ablenken!!! Insbesondere Arbeitskolleg\/innen sind h\u00e4ufig unn\u00f6tige Ablenkungen. Sofern deren Anliegen nicht dringend ist und sofort erledigt werden muss, vertr\u00f6sten Sie sie auf einen sp\u00e4teren Termin.<br>Die gr\u00f6sste Ablenkungsgefahr ist das Smartphone\/Handy. Immer mehr Studien belegen, dass der h\u00e4ufige Blick auf die Nachrichten, welche die elektronischen Ger\u00e4te melden, die Konzentrationsf\u00e4higkeit stark beeintr\u00e4chtigt. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den Blick auf ankommende Emails und Messenger-Dienste. Sie lenken nur ab. Bleiben Sie auf Ihre Arbeit fokussiert.<br>Untersuchungen haben gezeigt, dass der h\u00e4ufige Blick auf das Handy eine sucht\u00e4hnliche Wirkung hat. Kurzum: St\u00e4ndig auf neueste Meldungen der elektronischen Ger\u00e4te zu achten, ist zwar sch\u00f6n f\u00fcr das Gehirn, aber schlecht f\u00fcr Ihre Arbeit.&nbsp; \u00c4hnliches gilt, wenn Sie parallel mehrere Aufgaben erledigen sollen. Auch hier empfiehlt es sich, eine Arbeit abzuschliessen, bevor Sie mit der n\u00e4chsten beginnen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben und Themen ist \u00e4usserst energieraubend. Deshalb empfiehlt sich: Richten Sie sich bestimmte Zeiten ein, w\u00e4hrend denen Sie sich Ihren Emails, und Messages auf dem Smartphone widmen. Ideal daf\u00fcr eignet sich beispielsweise die Zeit nach der Mittagspause, wenn bei vielen Menschen eine gewisse M\u00fcdigkeit einsetzt und sie nicht so leistungsf\u00e4hig sind. Diese Regeln gelten nat\u00fcrlich nicht, wenn Ihre Aufgabe explizit darin besteht, die eingehenden Nachrichten zu \u00fcberblicken und sofort zu reagieren. Auch sollten Sie im Arbeitstag soziale Zeiten einplanen, um mit den Kolleg\/innen locker zu plaudern. Ideal sind daf\u00fcr eine Kaffeepause am Morgen und am Nachmittag.<br>Sie m\u00fcssen es nicht wie ich machen: Ich verwende zwei Handy-Nummern und trenne so Privates von Beruflichem. Klingelt das berufliche Telefon, nehme ich es sofort entgegen. Handelt es sich jedoch um einen Anruf oder eine Nachricht auf mein privates Smartphone, lass ich das ruhen, bis meine Arbeit daf\u00fcr Zeit&nbsp; l\u00e4sst. Und meist ist es dann die Freizeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Achten Sie auf gesunde Ern\u00e4hrung. Verstehen Sie sich als Spitzen-Sportler, der gut auf die gute Nahrung achten muss, um H\u00f6chstleistungen zu vollbringen.<br>Bei grossem Stress empfiehlt sich, die Essenspause alleine zu machen, ohne Gespr\u00e4che, und sich allein auf das Essen zu konzentrieren. Das ist nicht nur entspannend sondern bringt Sie auch auf andere Gedanken.<\/p>\n\n\n\n<p>Sorgen Sie in der Freizeit f\u00fcr Musse-Zeiten. Nichts-Tun ist zwar noch nicht gesellschaftlich akzeptiert, aber ein wesentliches Element, um gesund zu bleiben und auf neue Ideen zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlafen Sie gen\u00fcgend. Hierzu gibt es verschiedene Ratschl\u00e4ge, wie Sie Ihren Schlaf optimal vorbereiten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pflegen Sie Hobbys, die nicht direkt mit dem Beruf zu tun haben. Als Journalist sind Sie zwar immer ein wenig auf der Suche nach guten Informationen, dennoch gibt es T\u00e4tigkeiten, bei denen Sie nicht dauernd an Ihren Beruf denken sollten.<\/p>\n\n\n\n<h5><span id=\"Ausbildung_Status_und_Karriere\"><strong>Ausbildung, Status und Karriere<\/strong><\/span><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Ausbildung im Journalismus bieten meist die Medienh\u00e4user selbst an oder das Medienausbildungs-Zentrum MAZ in Luzern. In den letzten 20 Jahren ist das Ausbildungs-Niveau in Regionalredaktionen markant angestiegen: Viele Regional-Journalisten k\u00f6nnen heute eine akademische Ausbildung vorweisen. Ohne diesen wissenschaftlichen Hintergrund ist es schwieriger geworden, wenn auch nicht unm\u00f6glich, diesen Beruf zu ergreifen. Dennoch gibt es auch f\u00fcr Nicht-Akademiker eine gute Nachricht: In den Redaktionen z\u00e4hlt auch heute vor allem, dass Sie gut berichten k\u00f6nnen &#8211; akademische Titel hin oder her. Wenn es jemand mit Doktor-Abschluss nicht versteht, eine Story schnell zu erfassen, geradlinig zu erz\u00e4hlen und packend zu gestalten, wird ihm der akademische Titel wenig n\u00fctzen.<br>Journalisten beginnen Ihre Karriere meist als Freie Mitarbeiter im Lokal-Journalismus, werden nach einiger Zeit in der Lokalredaktion angestellt, und steigen sp\u00e4ter in eine Fachredaktion auf, von wo sie nur in seltenen F\u00e4llen zum Regional-Journalismus zur\u00fcckkehren. Die Aussichten einer R\u00fcckkehr sind vergleichsweise wenig verlockend: Mehr Stress, geringerer Lohn, tieferer Status, kleinere Ereignisse. Obschon unter Medienleuten unbestritten ist, dass die Regionalberichterstattung beim Publikum mehr Beachtung findet als das nationale und internationale Geschehen, wird seltsamerweise dieser grossen Bedeutung des Regionalen wenig Rechnung getragen.<br>Im Regional-Journalismus sind Generalisten\/Allrounder gefragt, und die ben\u00f6tigen gleichzeitig grosses Fachwissen in verschiedenen Disziplinen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport. Ob Sie nun \u00fcber das Bundes-Parlament, Kantons-Parlament, oder Gemeinde-Parlament berichten, die Aufgabe bleibt dieselbe: Sie m\u00fcssen die Traktanden verstehen, die Debatten einordnen und die Abl\u00e4ufe der Institution kennen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sich die Entscheide der Parlamente je nach Stufe auf mehr oder weniger Menschen auswirken. Es ist auch nicht so, dass ein Gesch\u00e4ft einer Gemeinde einfacher zu verstehen w\u00e4re als der eines Bundes-Parlaments (zuweilen kann sogar das Gegenteil eintreten, weil Gemeinden weniger professionell vorgehen als etwa die Bundesverwaltung). Dasselbe gilt f\u00fcr die Wirtschaft: Der Gesch\u00e4ftsbericht eines Kleinunternehmens verlangt Journalisten ebensolchen Sachverstand ab wie derjenige eines multinationalen Unternehmens (ganz abgesehen davon, dass auch Regional-Journalisten zeitweilig \u00fcber Grossunternehmen berichten m\u00fcssen). Auch in der Kultur ist derselbe Sachverstand gefragt, ob sie nun \u00fcber Kleinkunst oder internationale Stars berichten. Ich bin \u00fcberzeugt, dass es schwieriger ist, einen valablen Massstab zu finden, um ein Laien-Theater oder Hobby-K\u00fcnstler angemessen zu beurteilen als einen Profi-K\u00fcnstler.<br>Gefragt w\u00e4re zwar im Regionalen dieselbe Sachkenntnis, doch die Ausbildung der Regional-Journalisten ist meist geringer als diejenige bei Fachredaktionen, und nur aus diesem Grund fallen Regional-Berichte h\u00e4ufig unbedarfter aus. Ich w\u00fcrde es begr\u00fcssen, den internen Ausbildungsweg umzukehren: Angehende Journalisten sollten zuerst in den Fachredaktionen ausgebildet werden, damit sie nachher bei regionalen Ereignissen ebenso klug berichten k\u00f6nnen wie bei nationalen und internationalen. Es sind also Status-Fragen, die meines Erachtens guten Regional-Journalismus verhindern und dessen schlechten Ruf zementieren. Das ist schade und eine verpasste Chance.<br>Diese Situation f\u00fchrt dazu, dass Regional-Journalisten weniger ernst genommen werden als Fachredaktoren\/innen, und h\u00e4ufig ist die Regionalredaktion auch Karriere-Endpunkt langj\u00e4hriger Regional-Journalisten, weil Fachredaktionen deren K\u00f6nnen gering sch\u00e4tzen &#8211; selbst wenn sich Regionalredaktoren\/innen im Laufe der Zeit ein ebenso grosses Fachwissen angeeignet haben wie Fachredaktoren\/innen. Auch langj\u00e4hrige und erfahrene Regionalredaktoren schaffen nur schwer den Aufstieg in eine Fachredaktion &#8211; falls sie diesen \u00fcberhaupt anstreben.<br>F\u00fcr wen eignet sich also der heutige Regional-Journalismus? Sie haben es hier mit einer h\u00f6chst abwechslungsreichen Berufsgattung zu tun, mit grosser Themenvielfalt, bei der Sie ein Leben lang dazulernen k\u00f6nnen und immer wieder mit ungew\u00f6hnliche Situationen konfrontiert werden. Sie geniessen grosse Aufmerksamkeit und die N\u00e4he sowohl zum Publikum als auch zu Institutionen und deren Verantwortlichen.<br>Deshalb mein Tipp, den schon der Journalist der englischen Tageszeitung \u201eGuardian\u201c George Monbiot auf seiner Homepage gegeben hat: Wollen Sie f\u00fcr eine Fachredaktion oder nur in einem bestimmten Themengebiet arbeiten, und das Regionale interessiert Sie gar nicht, schauen Sie zu, ob sich ein Weg direkt zur Fachredaktion oder dem angestrebten Medium ergibt. Alles andere w\u00e4re Zeitverschwendung.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Mit welcher Brille wir schauen: Ist Journalismus nur eine Frage von Ansicht, Haltung und Perspektive?&#8220; Contents1 Regional-Journalismus1.0.1 Eigenschaften1.0.2 Vorbilder1.0.3 Keine vierte Gewalt sondern informelle GPK1.0.4 Werbung1.0.5 Zeit ist Qualit\u00e4t1.0.6 Fehler1.0.7 Umgang mit KollegInnen1.0.8 Umgang mit Kritik1.0.9 Arbeitssituation1.0.10 Stress-Management1.0.11 Ausbildung, Status und Karriere Regional-Journalismus Es gibt viele Sachb\u00fccher f\u00fcr JournalistInnen, wie sie ihr Handwerk erlernen k\u00f6nnen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.journalismus.li\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Regional-Journalismus<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v19.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Regional-Journalismus - Journalismus<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Regional-Journalismus - Journalismus\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"&#8222;Mit welcher Brille wir schauen: Ist Journalismus nur eine Frage von Ansicht, Haltung und Perspektive?&#8220; 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